[Thoughts on] Nachhaltigkeit / Tipps

Nachhaltigkeit

Momentan hört man ja immer mehr über das Thema Nachhaltigkeit – nachhaltigere Kleidung, weniger Plastik, Zero Waste. Diese Themen haben mich auch schon vor einem guten Jahr beschäftigt, inspiriert durch einen Vortrag von Bea Johnson, einer der Pionieren dieser Bewegung. Weniger besitzen und damit glücklich sein – mehr Erlebnisse, weniger Materielles. Auch Plastik kommt heutzutage mehr in die Kritik: es wird immer mehr produziert, für weitaus mehr Produkte verwendet als früher, sammelt sich im Meer an und tötet viele Tiere, die es fressen. Auf der Seite der Meeresschutzorganisation Oceana findet man unter vielen anderen diese (erschreckenden) Fakten zu Plastik im Meer:

  • Im letzten Jahrzent wurde so viel Plastik produziert wie im gesamten 20. Jahrhundert.
  • Ein durchnittlicher Amerikaner wirft über 130kg an Verpackungmaterial pro Jahr weg.
  • Die Hälfte allen Plastiks ist für den einmaligen Gebrauch bestimmt.
  • 10 bis 20 Millionen Tonnen Plastik landen jedes Jahr im Meer. (hier), das Umweltbundesamt berichtet von bis zu 30 Millionen Tonnen.

Mehrere Millionen Tonnen – das sind Größenordnungen, bei denen ich keine Vorstellung mehr habe, wie groß die Menge tatsächlich ist. Erschreckend ist auch, wie stark der Plastikverbrauch immer weiter ansteigt, dabei aber lange nicht alles recycelt wird. Pfandflaschen (diese weichen mit den härteren Deckeln) können gar nicht so einfach recycelt werden, da die Trennung von Hart- und Weichplastik zu schwierig ist. Durch Fleece-/Kunststoffkleidung gelangt Mikroplastik in die Umwelt, was von Organismen aufgenommen wird und oft nicht mehr ausgeschieden werden kann und dadurch in die Nahrungskette des Menschen gelangt. Problematisch ist vor allem, dass es sich um sehr kleine Partikel (unter 5 mm) handelt, die nicht wieder eingesammelt werden können, da sie zu klein für Kläranlagen sind (hier gibt es weitere Infos).

Liest man sich in die Thematik mal etwas herein, kann man gar nicht mehr verstehen, dass nicht viel mehr gegen den Verpackungswahn unternommen wird. Diesem Verpackungsirrsinn zu entkommen, zumindest versuchen, sich bewusster zu entscheiden – nachhaltiger entscheiden – ist eine Herausforderung, der man sich stellen sollte. Wir können (noch) auf dieser Welt leben und sollten sie nicht als unsere Müllhalde betrachten, sondern vielmehr dazu beitragen, sie zu erhalten.


Meine Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Nun möchte ich euch ein paar Tipps geben, mit denen man schon einiges an (Verpackungs-)Abfall einsparen kann und die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.

1. Kein Plastik für Obst und Gemüse

Meiner Meinung nach mit die größte Umweltsünde: Die kleinen Plastiktüten bei Obst und Gemüse, in die jede Paprika, Gurke, Apfel extra eingepackt wird. Das meiste kann man auch gut ohne Tüte einpacken. Möchte man lieber alles verpackt, kann man gut kleine Wäschenetze nehmen oder spezielle Gemüsenetze (die gibts online oder oft auch im Bioladen/Reformhaus), die man Waschen kann. Damit hatte ich beim Einkaufen auch noch keine Probleme, es wurde immer akzeptiert. Auf dem Wochenmarkt lasse ich mir Oliven u.ä. immer in eigene Gläser geben, die sind praktischer und umweltfreundlicher als die kleinen Plastikbecher, bisher gab es damit auch keine Probleme.

2. Einkaufen planen/Einkaufstaschen mitnehmen

Ein weiterer praktischer Punkt: Immer eine Einkaufstasche dabeihaben, in der Handtasche, Jackentasche oder im Auto. So kann man auch bei spontanen Einkäufen Plastiktüten umgehen. Auch Bekleidung kann man gut in eigene Taschen packen 🙂

3. Tee und Kaffee unverpackt kaufen

In den meisten Städten gibt es Tee- und/oder Kaffeegeschäfte. Tee bekommt man dort oft günstiger als die üblichen Teebeutelpackungen und man kann sich den Tee in eigene Teedosen (die meistens sehr hübsch sind) einfüllen lassen – ganz schnell wieder Papier und Plastik gespart. Kaffee bekommt man dort auch, der ist allerdings meist etwas teurer, erfahrungsgemäß aber auch von besserer Qualität – man braucht weniger für einen vollen Geschmack. Lässt man sich den Kaffee dann auch in die eigene Kaffeedose geben, spart man wieder einiges an Verpackung. Aber auch die dünneren Papierverpackungen von dort sind schon besser als die mehrfach und dick verpackten, gemahlenen Kaffees aus dem Supermarkt.

4. Coffee to-go im eigenen Becher

Ist der Coffee to-go wirklich immer notwendig? Oder hätte man auch Zeit, sich gemütlich hinzusetzen, etwas zu lesen, sich zu unterhalten und den Kaffee aus einer richtigen Tasse zu trinken? Eine andere Variante wäre auch noch ein eigener Becher, den man sich befüllen lässt, das ist meistens auch kein Problem. So hält der Kaffee noch länger warm und es ist sogar noch (je nach Becher) auslaufsicher. Mittlerweile gibt es auch richtig schöne Becher, mit denen man seinen persönlichen Stil perfekt unterstreichen kann.

5. Aufbewahrung von Lebensmitteln

Wer kennt es nicht – die Frischhaltefolie, mit der man schnell mal Schüsseln abdeckt, Gemüse einwickelt und vieles mehr. Auch damit fällt viel Müll an, den man leicht verhindern könnte. Lieber in ein paar gute Glasbehälter investieren, worin man Essen für den nächsten Tag aufbewahren kann. Sehr praktisch sind auch die Glasbehälter von Tomatensaucen (oder Kichererbsen, Bohnen…). Gut abgespült oder in der Spülmaschine kann man die Etiketten oft sehr gut entfernen und diese weiter für Saucen, Dressings usw. verwenden. So kauft man direkt ein Aufbewahrungsgefäß mit – auch ganz praktisch 🙂

6. Küchentücher und Putzmittel

Viele Putzmittel braucht man gar nicht unbedingt – für die Küche eignet sich fürs Oberflächen-abwischen schon eine Wasser-Spüli-Mischung aus einer Sprühflasche. Statt Küchentüchern kann man auch Haushalts-/Spültücher verwenden, die man waschen und so lange wiederverwenden kann. Zum Spülen eignen sich Spültücher, die kann man auch in der Waschmaschine waschen – so halten sie deutlich länger als Schwämme. Zum Entkalken von Wasserkocher oder Kaffeemaschine eignet sich Zitronensäure (gibt’s in großer Packung in Pulverform) sehr gut – einfach in Wasser auflösen und durchlaufen lassen, genaueres steht auch auf der Verpackung.

7. Seife und Shampoo

Seife muss man auch nicht unbedingt in Plastik kaufen – in den meisten Drogerie- und Bioläden bekommt man Seifenstücke, die in Papier oder gar nicht verpackt sind. Shampoo in fester Form, also auch ohne Verpackung, zu bekommen ist schon schwieriger; aber auch das kann man manchmal in Bio- oder Reformhäusern bekommen. Eine schöne Alternative wäre auch noch Lush, da gibt es eine große Auswahl an festen (unverpackten) Shampoos, Seifen und sogar festen Conditioner. Eine weitere Möglichkeit ist auch die Haarwäsche mit Roggenmehl – für mich hat es leider nicht auf Dauer funktioniert, da ich zum Auswaschen mindestens die 3fache Zeit gebraucht habe wie bei normalem Shampoo, das war mir zu viel Wasserverschwendung – aber von der Wirkung her hat es einwandfrei funktioniert. Hier steht ein bisschen mehr dazu geschrieben.

8. Mikroplastik vermeiden

Mikroplastik ist leider in sehr vielen Produkten enthalten, z.B. in Peelings oder Duschgels. Listen findet man viele im Internet (z.B. hier vom BUND), die App Codecheck kann auch direkt beim Einkaufen helfen.

9. Selber machen und Produkte mit mehrfachem Zweck verwenden

Peelings (zum Beispiel dieses Kaffee-Zucker-Öl-Peeling) kann man ganz einfach selbst herstellen und so entscheiden, welche Stoffe man an seine Haut lässt. Kokosöl beispielsweise eignet sich wunderbar zum Eincremen, als Badezusatz (1 TL ins einlaufende Wasser geben), als Haaröl, zum Kochen und hat noch viele andere tolle Einsatzmöglichkeiten (hier ist eine Seite, die sich mit allem Wissenswerten um Kokosöl befasst). Als Gesichtsreiniger und -Maske eignet sich Heilerde sehr gut, ebenso als punktuelle Behandlung bei Unreinheiten.

10. Zeitschriften, Bücher …

Zeitschriften werden ja meist nur kurz gelesen und landen dann oft im Müll – da können eMagazine oder auch Readly helfen: Dort kann man viele verschiedene Zeitschriften für einen monatlichen Beitrag lesen (auch offline, wenn man sie vorher runterlädt) und sich auch Lesezeichen setzen. Das finde ich sehr praktisch und nutze es auch genau deswegen 🙂 Bei Büchern ist es Geschmackssache, ob man eBooks oder echte Bücher bevorzugt. Ich kaufe mir lieber echte Bücher, allerdings kann man viele auch ausborgen (z.B. in der Stadtbücherei oder Fachbücher in der Unibibliothek). Die Stadtbüchereien haben auch schon oft on-Leihen, da kann man sich die eBooks runterladen und diese werden dann nach Ablauf der Frist gelöscht – so fällt das Tragen und das daran-denken weg 🙂


Meine persönliche Erfahrung hat gezeigt, dass es nicht immer einfach ist, sich den Verpackungen zu entziehen. Besonders am Anfang, wenn die Motivation groß ist, aber es nicht auf Anhieb klappt, ist man schnell frustriert. Der To-Go Kaffee kommt doch mal nicht in den eigenen Becher, manches Gemüse findet man nur sehr viel teurer ohne Verpackung und Gefäße zum Unverpackt-Geschäft zu tragen und aufgefüllt wieder nach Hause zu tragen, wird auf Dauer auch anstrengend.

Doch zählen auch die kleinen Dinge: Im Supermarkt zu den Obst- und Gemüsesorten greifen, die ohne zusätzliche Verpackung auskommen, in Geschäften die Plastiktüte ablehnen bzw. vorher Bescheid sagen, dass man keine möchte und eher zu Lebensmitteln in Glas statt in Konserven zu greifen. Je mehr Menschen einen Schritt in diese Richtung machen, desto eher wird sich auch das Angebot in Geschäften ändern. Vielleicht werden bald keine Plastiktütchen mehr beim Obst und Gemüse sein und in Coffeeshops wird es kein Plastikbesteck mehr geben. Ich hoffe, ich konnte euch ein paar gute Tipps geben, die für euch leicht umzusetzen sind; berichtet gerne von euren Erfahrungen 🙂

Habt ihr euch schon mit dem Thema Nachhaltigkeit und Plastik beschäftigt? Habt ihr Ergänzungen und noch weitere Tipps?

2 Replies to “[Thoughts on] Nachhaltigkeit / Tipps”

  1. Das ist viel worüber man sich jetzt Gedanken machen kann/sollte. Ich habe mich noch nicht so stark mit dem Thema beschäftigt und werde es jetzt definitiv tun. Danke für den Beitrag.:)
    Liebe Grüße, Christin Sophie von
    http://www.christinsophie.com

    1. Freut mich, dass er dir gefällt 🙂 Liebe Grüße 🙂

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